von Jeannette Almstrøm, Gründerin von LANACare

Neu und besser – Windelhosen!

Als ich vor vielen Jahren mein zweites Kinde zur Welt gebracht hatte, erhielt ich ein Geschenk, das mir zunächst seltsam vorkam. Ein Jahr zuvor war ich von Schweden nach Dänemark übergesiedelt und kannte als Krankenschwester nichts anderes als Einwegwindeln. Sind wir nicht alle mit der Wegwerfmentalität groß geworden?

Bei dem Geschenk handelte es sich um ein wollenes Höschen, das meine Nachbarin, eine Dame im fortgeschrittenen Alter, selbst gestrickt hatte. Es war aus natürlicher Wolle, die Wolfasern enthielten noch Lanolin. So etwas benutzte man, als es noch kein Plastik gab. Man zog es über die herkömmlichen Baumwollwindeln, die als Innenlage auf der Haut des Babys lagen.

Die Nachbarin klärte mich auf, dass mein Baby dank der Windelhose nie mehr einen wunden Po oder Hautreizungen haben würde. Ich müsse nie befürchten, dass das Kind im Nassen läge – durch die Wolle wäre das Risiko sozusagen eliminiert. Sie meinte, dass die Wolle die Feuchtigkeit absorbiere und zugleich Wärme spende. Noch dazu würde die Wolle dank des darin enthaltenen Lanolins das Ammoniak im Urin binden und damit alle Gerüche beseitigen. Nach dem Wechseln solle ich die gebrauchte Windelhose einfach zum Trocknen auf die Heizung legen. Das klang unglaublich simpel …

Ich war zwar skeptisch, kaufte aber trotzdem ein Dutzend Baumwollwindeln und begann zu experimentieren. Auf diese Weise verabschiedete ich mich langsam von Plastik und synthetischen Materialien. Mir wurde allmählich klar, dass diese kleine unscheinbare Wollhose alles hielt, was mir die Nachbarin versprochen hatte – und sogar mehr.

Mein Baby wuchs und gedieh in seiner Wollwindel. Kein wunder Po, kein Geruch, keine Anzeichen, dass ihm kalt ist oder es im Nassen liegt. Auf unseren Spaziergängen durch den langen, kalten dänischen Winter hatte ich nie die Sorge, dass dem Kind in einer nassen Windel kalt wird. Das kleine Höschen garantierte, dass sich das Kind pudelwohl fühlte.

Bald darauf strickte ich selbst ein paar Windelhosen, und zwar etwas dickere für die Nacht oder solche Perioden, in denen ich längere Zeit nicht zum Wickeln kommen sollte. Während der gesamten Wickelphase musste ich ihn nachts niemals aufwecken, um die Windeln zu wechseln. Wozu sollte ich ihn auch wecken, wenn ich wusste und alle Anzeichen dafür bekam, dass er es warm und gemütlich hat? Umgekehrt hat er mich auch nie geweckt! Er schlief einfach durch.

Als mein drittes Kind geboren wurde, mein zweites „Wollwindelkind”, konnte ich die wunderbaren Eigenschaften von Wolle erneut austesten. Ich erfuhr die Weisheiten meiner Nachbarin aus erster Hand. Kein rotes Pöchen, kein nächtliches Windelwechseln, keine Ohrenzündungen, keine Antibiotika – und nach zwei Jahren war das Kind raus aus den Windeln.

Was macht die Wollwindeln nun so besonders? Sie sind aus natürlicher Wolle gestrickt, das heißt, die Wolle wurde keiner aggressiven chemischen Behandlung ausgesetzt (oft ist es so, das Menschen auf die Chemikalien allergisch reagieren und fälschlicherweise denken, es sei die Wolle). Das natürliche Lanolin bleibt daher in der Wollfaser enthalten. Der Urin wird von der Baumwollwindel auf das Wollhöschen übertragen und dieses neutralisiert den Ammoniak im Urin. Der Ammoniak hat nämlich Schuld, wenn das Baby einen wunden Po hat. Die Wolle absorbiert die Feuchtigkeit und gibt zugleich Wärme ab.

Im Grunde genommen kommt man mit drei Windelhosen aus. Denken Sie daran, dass das Kind auch dann, wenn sich die Wolle von außen nass anfühlt, kein Unbehagen verspürt, denn es bleibt gut gewärmt. Wenn es Zeit zum Windelwechseln ist, legen Sie die Windelhose auf eine Heizung oder einen andere Wärmequelle wie einen Trockner, jedoch NIE IN den Trockner. Die Hitze muss trocken sein, da die Wolle bis zu 40% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne dass es sich nass anfühlt. Die Baumwollwindeln waschen Sie in der Waschmaschine.

Wenn die Windel bereits eine Woche in Benutzung war, werden Sie langsam Uringeruch bemerken. Das bedeutet, dass das Lanolin aufgebraucht ist und die Wolle eine Auffrischung benötigt, damit sie wieder ihre optimale Wirkung entfalten kann. Waschen Sie die Wollwindel in lauwarmem Wasser mit einer Viertel Tasse Lanolinseife. Bewegen Sie die Windel 15 Minuten lang leicht ihn und her und spülen Sie sie dann in ebenfalls lauwarmem Wasser aus. Rollen Sie sie in ein Handtuch und drücken Sie das überschüssige Wasser heraus. Dann schlagen Sie die Windel einmal kurz aus und ziehen Sie sie in Form. Schließlich legen Sie die Windel auf eine milde Wärmequelle zum Trocken.

Wenn das Lanolin in der Wolle mit Urin in Kontakt gerät, kommt es zu einer chemischen Reaktion, bei der Lanolinseife entsteht. Diese wirkt antibakteriell und sorgt für den Selbstreinigungseffekt der Wolle.

Warum ist die kleine Wollhose so eine gute Alternative zu Wegwerfwindeln?

  • sie ist atmungsaktiv
  • sie spendet Wärme und damit Wohlbehagen
  • sie ruft keine Hautreizungen hervor
  • Sie müssen keine Ohrentzündungen mehr befürchten (sagt meine Nachbarin und ich selbst kann es nur bestätigen)
  • sie bindet Uringeruch
  • sie ist leicht anzuwenden

Es ist unglaublich wichtig, dass das Baby auf seinem Körper nur natürliche Materialien trägt, die niemals chemisch behandelt wurden. Eine Windelhose, die auch das nächste Kind noch tragen kann. Eine Alternative, die die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihres Babys über alles stellt. Ein Rohstoff, den wir jahrelang benutzen können, ohne Schafe zu töten oder ihre Lebensqualität zu beeinträchtigen. Eine alternative Windel, die das Gleichgewicht zwischen Körper und Erde nicht stört.

Ich habe schon oft gehört dass Babys in Wollwindelhosen besonders ruhig und zufrieden sind. Auch, dass sie nach zwei Jahren aus den Windeln herausgewachsen sind. Dazu habe ich meine eigene Theorie. Wenn ein Baby oder Kleinkind anfängt, auf die Feuchtigkeit und nicht allein auf die Kälte zu reagieren, sendet es ein Signal an seine natürliche Uhr, dass es Zeit wird, die Windel loszuwerden. Hat das Baby seit seiner Geburt keine starken Temperaturunterschiede erfahren – wie bei der Wegwerfwindel – sondern war stattdessen konstant von Wärme umgeben, erhält der Organismus optimale Bedingungen zum Wachsen und Reifen, und kann somit auch eine frühere Kontrolle über die Blase entwickeln.

Ich habe von anderen Müttern bereits viele Anfragen bezüglich meiner Wollwindeln erhalten. Seit ich selbst erfahren habe, das Wollwindeln für das Baby die beste Alternative sind, möchte ich die Erkenntnisse, die mir einst mitgegeben wurden, nun an Sie weitergeben – im Interesse der Gesundheit unserer Kinder und unserer Erde.

Jeannette Almstrøm
Gründerin und CEO von LANACare